
Hilad und die Bamer Weiber
Zillertaler Vergelt's Gott erzählt vom Lebensweg der Bamer Hilda, der ihrer Schwestern und von der Aufbauleistung einer Zillertaler Familie nach dem 2. Weltkrieg, stellvertretend für viele lebenstüchtige und erfolgreiche Familien im Zillertal. Zudem findet sich in diesem Buch eine Sammlung wunderbarer Wildrezepte von Hilda.
Leseprobe
NaturgewaltenSo schön das Zillertal auch war und ist, so viele Feriengäste auchvon überallher angezogen wurden und heute noch werden, kannnicht übergangen werden, dass die Natur wild und unberechenbarbleibt und gewaltige Kräfte freisetzen kann. Die Tiroler wissen das,ihre Liebe zu ihrer schönen Heimat ist verbunden mit einem großenRespekt vor den Kräften der Natur. Entweder haben sie es selbstmiterlebt oder von den Älteren erzählt bekommen.Damals, als Hilda 13 Jahre alt war, brach eine Katastrophe überSchwendau herein. Es war ein Sonntag – der 28. Juli 1946 – und essollte die wohl größte Hochwasserkatastrophe daraus entstehen, dieSchwendau je erlebt hatte. Gegen Abend ging ein schweres Gewitternieder. Wolkenbruchartige Niederschläge füllten Bäche und Flüsse.Es gab Murenabgänge. Binnen kurzem wuchs eine Schlammlawinesolcher Wucht heran, dass sie sogar einen 400 Kubikmeter großenFelsen mitzureißen imstande war.Hilda bekam von der Katastrophe zunächst wenig mit. Sie war zumZeitpunkt des Unglücks mit dem Vater und dem Bruder Sepp aufder Alm in „Teutengruaben“. Sie waren zum Heidelbeer- und Preiselbeersammelnunterwegs. Die Mutter war beim „Mühlbachbauer“,um Milch zu holen. Dort arbeitete ihre Tochter Anna.